Wiesenhelden-Reporter unterwegs

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 Die kleinen Wiesenhelden

sind in diesem Jahr nur noch bis

zum kommenden Freitag unterwegs

30.Oktober 2020

um in ihrem Blog unglaubliche, teils lustige

Erlebnisse aus der Natur zu bloggen

 

Diese Woche ist

Marina von Lauffein

unterwegs!

 

(einfach weiter runter scrollen)

 

"Aus der Luft kann man die Welt viel besser überblicken. So kann ich mehr erkennen und verstehen!"

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"Mein Welt ist feucht und nass. Ich sehe die Welt hauptsächlich mit meinem Geruchs-Sinn!"

"Meist fresse ich mich durch die Erde. Ich erspüre die Welt mehr, als dass ich sie sehe - jede Schwingung."

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"Ich krabble über die Wiese und kann Freßfeinde von mir auch mit meiner Stinkegabel abschrecken!"


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Die Wiesenhelden-Blogger 2020

Am 17.März sind die ersten Mauerbienen geschlüpft... was für ein lustiges Treiben! Oben sind 2 Männchen und ein Weibchen zu sehen.

 

Fr

30

Okt

2020

Wind - die andere Kinderwiege


Auch, wenn ich mich in mein Häuschen zurück ziehe zum Schlafen, spüre ich was Draußen in der Natur so los ist. Und der starke Wind war wirklich nicht zu überhören. Er hat selbst mit den Baumstämmen gespielt und nicht nur mit den Ästen und Zweigen wie sonst.

Und seit ich mich im Dunkeln aufgemacht habe bis jetzt in den frühen Morgenstunden, muss ich bei meinen Beobachtungen feststellen, dass nicht mehr alles am selben Ort liegt, wie gestern… und oho, da trägt gerade eine Windböe einige Samenkörner zu mir herunter auf die Erde… sie sind sichelförmig und dunkelbraun, mal kurz berühren, von welcher Pflanze sie wohl stammen.

 

Aha! Sie gehören zur Pflanze des Echten Mädesüß – eine recht große Pflanze, die bis zu 2 Meter hoch werden kann. Nun ja, sofern sie ausreichend Nahrung und Platz hat. Manche sind auch nur knapp über 50 Zentimeter hoch geworden.

Ich erinnere mich an diese Pflanze sehr gut. Im Sommer hatten ihre Blüten einen wirklich betörende Duft. Sie rochen nach Madeln und Honig. Vermutlich nutzt Ihr Menschen sie deshalb so gerne, um Süßspeisen zu aromatisieren. Zudem sind die Blüten sehr schön anzusehen… ach, da werde ich mich mal zu dem Ort am Ufer machen, an dem ich sie gesehen hatte. Vermutlich wird sie sich wie die andere Pflanzen sehr verändert haben…

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Do

29

Okt

2020

Abstinken – die beste Art sich zu verteidigen

Langsam nähert sich die kühle Jahreszeit mit mächtigen Schritten. Und endlich gibt es etwas Regen. Ein angenehmer leichter Nieselregen fällt vom Himmel herab und macht mir das Herumschleimern als Schnecke leichter. Endlich kann ich mich wieder mehr auf der Wiese und am Waldrand bewegen.

Die letzten Tage hatte ich mich immer nah am Wasser aufgehalten. Denn als Schnecke, auch wenn ich ein Häuschen auf dem Rücken trage, brauche ich viel Feuchtigkeit. Meine Haut reagiert auf Trockenheit sehr empfindlich, ganz anders als bei den Insekten – von denen ich hoffe einige Exemplare zu finden. Hm, mal tief diese feuchte Luft über meine Haut und meine Fühler einatmen… wo finde ich die richtige Spur, um für Euch Menschen einen tollen Wiesenhelden zu finden… ah, ja… ich glaube hier geht’s lang.

 

Du wirkst du braun und scheckig wie die Blätter, die hier überall herum liegen. Hast du dich an dieses Herbstwetter entsprechend angepasst?“

„Es gibt zwar einige Wiesenhelden, die das tun, vor allem bei uns Baumwanzen. Aber ich gehöre nicht dazu. Da wir braun gesprenkelt sind, brauchen wir das nicht. Im Sommer leben wir an den Bäumen und ansonsten unten im Laub. Denn auch wenn wir zu den Saftsaugern gehören, die gerne Pflanzensaft trinken, so suchen wir auch mal nach toten Insektentierchen und helfe dabei ihre Körper zu entsorgen.“

 

„Ah, eine Baumwanze. Wenn ich mich recht erinnere gehören die

Grünen Stinkwanzen auch zu dieser Familie. Kann dein Stamm

auch so abstinken und damit Feinde verscheuchen?“

„Klaro, wie jede Wanze. Das gehört zu unserer Überlebensstrategie. Abstinken ist die beste Art der Verteidigung. Die Familie der Baumwanzen ist allerdings etwas plumper im Körperbau als andere Wanzenarten. Der Körper wirkt mehr wie ein Schild, was uns noch besser schützt.“

 

„Sind alle Baumwanzen Safttrinker oder gibt es nicht doch einige Jäger wie bei den Weichwanzenstämmen?“

„Ja, doch stimmt… Stiretrus anchorago – die Ankerbaumwanze,

ist ein echt guter Käferlarvenjäger. Die Amerikanische Kiefernwanze hat mal erzählt, dass es in ihrer Heimat eine solche jagende Baumwanze gibt. Es sieht so aus, als hätte sie auf ihrem Rückenschild einen Anker aufgemalt. Die Grundfarbe ist Schwarz. Einige sind Rot,

andere Grün oder Weiß bis Purpurfarben.“

 

„Du gehörst zwar zu den Baumwanzen,

aber dein Stamm hat doch gewiss einen Namen?!“

„Ach ja, den hab ich noch gar nicht erwähnt. Klaro.

Ich bin eine Graue Gartenwanze.“

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Mi

28

Okt

2020

Was für ein langer Rüssel

Wer tappst denn hier so laut herum?

Ich kann das Krabbeln sehr deutlich mit meinem Schneckenkörper wahrnehmen. Der Schwere seiner Schritte nach, dürfte es sich hier um einen recht großen Wiesenhelden handeln… hm, oder einen mittelgroßen Käfer. Einer aus dem Stamm der Laufkäfer ist es schon mal nicht, denn dann müsste ich mich in mein Schneckenhaus zurück ziehen.

Ihr müsst nämlich wissen, viele der Laufkäfer sind nämlich Schneckenjäger. Und falls Ihr zuhause ein Problem mit zu vielen Nacktschnecken habt, dann liegt es daran, dass diese Käferarten immer seltener werden.

Und da es sich hier mit Sicherheit um einen anderen Käferstamm handelt, kann ich ja als Wiesenhelden-Reporterin aktiv werden:

 

„Vor meinem Stamm muss sich keine Schnecken fürchten. Wir sind alle durchweg Veganer. Wir mögen nur pflanzliche Nahrung. Ich gehöre zur Familie der Rüsselkäfer! Man könnte sagen, man erkennt uns an unserer länglichen Schnauze, die wie ein Rüssel geformt ist. An der Spitze sitzen gute Kauapparate mit denen wir frische Blätter und ähnliches abbeißen können. Rüsselkäfer sind an vielen Orten unterwegs. Einige wie der Buchenspringrüssler, sind sogar echt gute Springer.“

„Aha, und wo leben die Kinder von Rüsselkäfern so?“

„Meist im Inneren von Pflanzen. Allerdings werden die wenigsten sie als Käferlarven erkennen. Denn im Gegensatz zu den meisten Käferlarven, die über 6 recht kräftige Beine verfügen, sehen unsere Larven eher denen der Fliegen ähnlich. Sie sind also beinlose Maden im Grunde. Manche minieren aber auch in Blättern oder erschaffen Wucherungen, die Pflanzengallen genannt werden. Es gibt aber auch welche, wie die Weidengallenbohrer, die schnappen sich einfach ein schon gebautes Haus einer Blattwespe und fressen ihr dann einfach das Futter weg.“

„Das ist aber nicht gerade sehr nett! Muss die dann nicht verhungern?“

„Tja, das ist nun mal so hier. Die einen Überleben, die anderen müssen sterben, so ist das beim Artenausgleich. Auf diese Weise bleibt das Gleichgewicht erhalten.“

 

„Du gehörst also zu den Rüsselkäfer und wie der Name deines Stammes?

Wo hast du als Kind gelebt?“

„Ich gehöre zu den Möhrenrüsslern. Als ich noch klein war, hab ich im Boden gelebt und von den leckeren Wurzeln der Doldenblütler gefressen. Vor allem die Wilde Möhre hat leckere Wurzeln.“

„Alby, die Raupe eines Schwalbenschwanz-Schmetterlings liebt

ebenfalls die Wilde Möhre, allerdings das grüne Kraut. Sie mag es

nicht irgendwo im Dunkeln herum zu krabbel.“

„Oh, das hat auch seine Vorteile. Dort unten gibt es keine

geflügelte Fressfeinde mit spitzen Schnäbeln.“

„Du meinst Vögel.“

„Genau, die haben Käferlarven auch zum Fressen gern.“

 

So hat jeder seine Vorlieben. Mal über, mal unter der Erde.

Mal Vegan und mal als Jäger.

Bis Morgen

Eure Marina

Di

27

Okt

2020

Von wegen Bluttrinker!

Ach, hier im Sumpfgebiet fühlt es sich für eine Schnecke wie mich richtig gut an. Zwar gibt es hier auch weniger Wasser, aber dennoch immer noch genug… o, wen erspüre ich denn da?

Ein Langbein… hm, ob es ein Weberknecht oder eine Zitterspinne ist? - Nein, ich spüre nur 6 Beine.

 

„Ich gehöre zum Stamm der Stelzmücken.

Wir werden aber auch gerne Sumpfmücken genannt.“

„Du kommst mir recht groß vor für eine Mücke.

Eher wie eine von den Schnakenstämmen.“

„Mücken gibt es in vielen Größen: Von Mini bis zu Riesen. Dabei gehöre ich nicht einmal zu den größten Tierchen mit meinen 2,5 Zentimetern. Und ich bin natürlich mit den Schnaken verwandt. Die Riesenschnake kann übrigens eine Beinlänge von 9 Zentimetern erreichen… mit einem Körper, der knapp doppelt so lang ist wie meiner.“

 

„Die meisten Menschen glauben alle Mücken würden stechen, stimmt das?“

„Das ist völlig falsch. Es gibt nur 3 Stämme unter den 18,

deren Weibchen sich von Blut ernähren. Alle anderen sind entweder Nektar-oder Honigtauschlürfer, manche essen sogar als Flieger

gar nichts mehr und wieder andere Stämme gehören zu den Jägern

und jagen anderen Mücken und Fliegen nach.“

 

„Wo lebt denn Euer Nachwuchs?“

„Manche Mückenstämme leben als Kind im Wasser, im Schlamm

oder in der lockeren Streuschicht über dem Erdboden andere

sogar in Baumpilzen. Aber sie fressen alle ähnliche Pflanzenstoffe

wie du, der du eine Bänderschnecke bist.“

„Es muss ja toll sein, nach der langen Zeit als Larve

im Boden oder im Wasser, endlich fliegen zu können.“

„Ja, fliegen ist schon was wunderbares. Dennoch fliegen wir nicht

sehr viel herum, das kostet nur Energie. Manche nah mit mir verwandte Arten haben sogar auch als Erwachsenen keine Flügel, dafür aber ebenfalls lange Beine. Es sind die Schneemücken und sie sind

gerne in der kalten Jahreszeit unterwegs.“

„Gar keine Flügel?“

„Keine Flugflügel, allerdings haben sie wie alle Zweiflügler, immer noch ihre kleinen Flugkölbchen, die bei Fliegen und Laufen dabei helfen, das Gleichgewicht zu halten.“

 

„Und die sind wirklich auf dem Schnee unterwegs?“

„Ja, wenn sie erwachsen sind und einen Partner suchen, ansonsten leben Ihre Kinder in Höhlen oder Erdbauten von anderen Tierchen. Aber sie sind auch sehr scheu und werden daher nur selten beobachtet.“

„Und von einem Wiesenhelden-Reporter auch nicht interviewt werden…

die hätten gewiss einiges zu erzählen.“

„Durchaus möglich… hm, was duftet hier so wunderbar?

Ich muss los, da sitzt ein Weibchen meiner Art nur wenige Luftflüge

von hier entfernt. Bis dann!“

 

Echt toll, was es so alles für Wiesenhelden gibt. Selbst die kalte Jahreszeit haben diese dann für sich entdeckt. Vermutlich, weil es dann auch weniger Fressfeinde gibt. Tja, so hat jeder seine eigenen Überlebens-Strategie.  

 

Allerdings sind es mit der Strategie der Riesenschnaken schlecht aus, sie sind sehr selten geworden und gehören zu den Arten, die stark gefährdet sind.

 

Bis Morgen

Eure Marina

Mo

26

Okt

2020

Mutierter Einwanderer

 

Hm… da liegt aber ein aromatischer Duft in der Luft. Zwar nicht das, was meinen Hunger anregen würde, dennoch sehr interessant und irgendwie fremdartig. Ich glaube diesen Geruch habe ich noch nie gerochen… das ist doch mal was Neues. Heute werde ich wohl diese Pflanze interviewen.

 

„Stimmt unser Stamm kommt aus Übersee. Genauer aus Nordamerika. Aber hier gefällt es uns auch sehr gut. Die Menschen helfen uns sogar bei der Verbreitung – nur kann ich nicht verstehen, dass sie uns dann nicht mögen. Wenn sie auf uns im Garten antreffen, wird meine Pflanzenfamilie einfach heraus gerissen, manchmal sogar verbrannt.“

„Ui, das ist wirklich sehr seltsam. Ich hab aber schon davon gehört, dass eine Pflanze sehr starke Allergien auslösen kann. Sie ist nicht beliebt, denn sie macht die Zweibeiner krank. Ich glaube die Pflanze heißt Ambrosia.“

 

„Äh… ganz genauso heißt meine Familie. Also daher diese merkwürdige Reaktion. Dabei wollen wir doch nur unsere Pollen verteilen, und damit die Befruchtung auch wirklich klappt, erzeugen wir sehr, sehr viel

Blütenstaub. Denn wir haben nur eine sehr kurze Zeit,

für die Bestäubung. Morgens geht es los und dann muss alles innerhalb weniger Stunden abgeschlossen sein. So ist das bei Pflanzen,

die keine Insekten zur Fortpflanzung brauchen.“

„Ich glaube die Maschinen der Menschen sammeln eure Samen nur zufällig ein, da ihr zusammen mit anderen, die sie extra angebaut haben, auf dem Feld heranwächst.“

„Das könnte durchaus sein. Aber worum gehen dann diese Menschen nicht sorgsamer mit der Ernte um? Achtsam schauen, was will ich haben und was nicht. Und nicht unseren Samen erst Mal Hoffnung geben und sie dann als Pflanze einfach abtöten.“

 

„Wenn die Menschen seit einigen Jahren erst Probleme mit euren Pollen haben, dann müsst ihr als Einwanderer ja erst seit kurzem hier angekommen sein."

 

„Nein, meine Vorfahren sind bereits Ende des 19. Jahrhunderts hier angekommen. Allerdings war es für sie recht schwer hier zurecht zu kommen. Nur wenige Samen, die warm überwintern konnten, gelang es dann im Frühling zu keimen. Dies hat sich aber vor knapp zwanzig Jahren geändert. Denn da ist es den ersten Ambrosiapflanzen gelungen eine Mutation hervor zu bringen. Sie haben sich angepasst und seitdem können die Samenkörner auch Frost vertragen. Sie brauchen sogar den Frost, um im nächsten Jahr noch besser keimen zu können.“

 

„Da fällt mir ein. Ich hab von einigen Pflanzen gehört, dass diese extremen Abgase von den Verbrennungen in Heizungen und Autos, die Reaktion der Pflanzen bezüglich der Pollen verändern können. Birken sollen in solchen Industriegebieten sogar mehr als die vierfache Menge an Pollen erzeugen – was ebenfalls für Allergiker unter den Zweibeiner schlecht ist.“

„Das könnte natürlich mit ein Grund sein, weshalb diese Menschen

auf unser Pollen so allergisch reagieren. Vielleicht sollten sie

dann mal dafür sorgen, dass diese Umweltverschmutzung aufhört. Weniger Erdgas, Erdöl oder Holz verbrennen… nicht ständig

immer nur mit dem Auto herum fahren. An einem Ort zu sein,

finde ich als Pflanze, zumindest sehr reizvoll.“

 

Tja, liebe Menschenkinder, da muss ich Ambrosia recht geben. Es ist wichtig achtsam mit der Natur umzugehen, hinzusehen und genau hinzuschauen. Außerdem gibt es gewiss noch andere Möglichkeiten um Wärme herzustellen, es muss doch nicht immer ein Motor oder ein Ofen sein. Außerdem, was macht Ihr eigentlich mit dem vielen Strom? Muss der Verbrauch so groß sein?

Bis Morgen Eure Marina

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Fr

23

Okt

2020

Faden-Chaos

Was man so alles erlebt und sieht, wenn man mit offenen Augen durch die Wiese wandert, ist schon enorm. Aber Euch all das zu berichten, würde glatt ein ganzes Buch ergeben… aber ihr könnt es ja selbst nachvollziehen und kleine Expeditionen ins Wiesenreich machen.

 

Geht doch selbst mal mit Eurem Lehrer auf Expedition:

www.expeditionbiodiversitaet.ch/expeditionspinnen/index.html

 

Oha, ich glaube ich hab wieder ein Spinnennetz entdeckt, direkt an einer Blüte… hm, sieht sehr chaotisch aus.Ob es eine Raupe war, die da so emsig gewesen ist?

Am besten ich bleibe erst mal in sicherer Entfernung und frage nach, wem dieses Netzgewirr gehört.

 

„Hallo Netzbauer, mit wem hab ich die Ehre?“

„Mit einer Kugelspinne.“

 

Toll, also eine echte Spinne! Ah, und jetzt erkenne ich sie auch, sie bewegt sich in mitten dieses Netzchaos. Und der Name passt, ihr Bauch ist wirklich sehr rund, wie eine Kugel oder ein Osterei.

 

„Wieso sieht dein Netz so ungeordnet aus?“

„Weil ich zu der Familie Haubenspinnen gehöre. Die Fäden dienen mir teils als Versteck und teils als Fallstricke für die Beute.“

 

„Was ist eine besondere Eigenschaft deiner Spinnenart?“

„Wir sind sehr fürsorgliche Eltern. Naja, genau genommen, nur die Weibchen. Sie bewachen den Eikokon und die geschlüpften Babys. Außerdem füttern sie die Kleinen mit ihrem vorverdauten Brei.

Sobald die erste Häutung hinter den Kleinen liegt,

machen sich diese auf und suchen sich ein eigenes Revier.“

 

„Du bist ja nicht gerade groß, jagst du dann hauptsächlich kleine Tierchen?“

„Nein, dank meinem starken Spinnengift und meiner Schnelligkeit kann ich selbst große Beute überwältigen… auch Tierchen in deiner Größe stehen durchaus auf meinem Speiseplan… willst du nicht etwas näher kommen? Ich hatte schon länger keinen Besuch!“

„Äh, vielen dank – ich werde lieber schnell wieder weiter ziehen!“

 

 

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Do

22

Okt

2020

Eine Riesenperle

So wie es aussieht, ist diese Jahreszeit bei Spinnen sehr beliebt. Zwischen den Gräsern sind viele Netze gespannt. Die Tautropfen, die sich an den Klebstellen der Netze verfangen haben, sehen aus wie schillernde Glasperlen, die in Reih und Glied aufgehängt sind… einfach wunderschön!

Vor allem, wenn ab und zu die Sonne sich durch die Wolken drängt und ihre Strahlen darauf fallen!

 

Oho, das ist aber eine Riesenperle!

Und daran hängt eine gelbschwarze Blume… äh, nein, die hat ja Beine… vielleicht eine Wespe? Nein, das kann nicht sein. Diese Riesenperle hängt ja in einem Spinnfaden-Gewirr und dorthin würde sich keine Wespe hinein begeben. Also muss es eine Spinne sein!

 

Sie ist auf jeden Fall sehr groß. Nicht so klein und zierlich wie die Herbstspinne, der ich gestern begegnet bin. Und diese Perle – wahnsinn! Die muss bestimmt einen Durchmesser von 3 Zentimetern haben.

 

„Was hast du mit dieser Riesenperle denn vor

und zu welcher Spinnenart gehörst du?“

„Das ist keine Perle, sondern meine Kinderstube. Und ich bin eine Zebraspinne. Manche nennen mich auch Wespenspinne,

weil ich ein ähnliches Kleid trage.“

 

„So einen riesigen Eikokon hast du gewebt?

Ist ja Wahnsinn! Darin sind die Kleinen aber sicher gut aufgehoben.“

„Darauf kannst du wetten!“

„Wie ist der denn gewebt?“

„Zuerst habe ich einen kleineren, oberen Teil gesponnen und darin

meine Eier abgelegt. Schön vorsichtig und dicht an dicht.

Dann gings weiter. Ich habe Schicht um Schicht einen Kokon über

den Kokon gewebt. Mit unterschiedlichen Arten von Fäden.

Die äußere Schicht ist zudem gut Wasser abweißend und

die Kleinen sind gut vor jeder Art von Kälte geschützt.“

 

„Und du bewachst den Kokon?“

„So lange bis ich sterbe.“

 

„Was isst du denn am liebsten?“

„Ich mag gerne große Beute, daher sind meine Fäden im Netz auch recht stabil. Und auf dem obersten Platz meines Speiseplanes steht die Heuschrecke. Diese Insekten schmecken echt lecker!“

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Mi

21

Okt

2020

O, du süßer Honigtau

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Di

20

Okt

2020

Blut oder Blütennektar

Oho, hier sind die Webspinnen aber sehr fleißig gewesen. Überall Netze… und nicht jedes ist als solches zu erkennen… wie gut, dass ich eine große Raupe bin.

Oha, was sehe ich denn da?

Da hängt ne Mücke ganz still in der Luft ohne die die Flügel zu bewegen? - Aber das geht doch gar nicht! Ui… und jetzt kommt ne Spinne angerannt. Ach, so!

Diese Fäden hab ich gar nicht gesehen, genauso wenig wie die Mücke da…hm, ob das eine Stechmücke ist? Gestern hab ich ja eine kennen gelernt, die ist als Einwanderer hierher gekommen.

Mal sehen, vielleicht kann ich diese hier noch fragen, wer sie ist… sofern sie mir überhaupt antworten wird. Bestimmt ist sie wie vor Angst gelähmt… und o-o-o, da kommt schon eine Spinne angerannt und verpasst ihr einen Biss. Nee, diesen Wiesenheld werd ich nicht mehr interviewen können.

 

„Hab nen guten Fang gemacht, gell? Einen fetten Mückenmann!“

„Da freuen sich die Menschen gewiss drüber.

Die mögen Stechmücken nämlich nicht!“

„Genau genommen hätte dieses Kerlchen niemanden gestochen.

Denn er gehört zu den Zuckmücken. Die sind harmlos und stechen niemanden. Sie schlürfen höchstens mal Honigtau auf.

Aber Stechmücken sind mir auch schon ins Netz gegangen. Und selbst von denen sind es nur die Weibchen, die Säugetiere und Menschen stechen. Ein Männchen ernährt sich nur von Blütenpollen.“

 

„Woran erkennt man ob es sich um ein Weibchen oder ein Männchen handelt?

„Die Fühler verraten es. Bei den Weibchen sind sie kleiner und einfacher

und bei den Männchen sehen sie wie Federn aus.“

„Ach, das ist wohl wie bei den Schmetterlingen.

Um besser riechen und „hören“ zu können, haben die entsprechenden

Stämmen bei den Nachtfaltern auch gefiederte Fühler.

Auf diese Weise können sie mehr Informationen aus der Luft filtern."

 

Das ist so ähnlich wie bei einem Metallsieb. Je kleiner die Löcher sind, also mehr Löcher und mehr Draht, desto kleinere Teilchen oder Steinchen kann man aus dem Wasser filter.

 

„Das hast du genau richtig erkannt!“

„Und woran kann man erkennen, ob es sich bei der Mücke

um eine Stechmücke oder eine Zuckmücke handelt?“

„Die Zuckmücken tanzen gerne über dem Wasser in Gruppen herum. Sie dienen vielen Vögeln dabei als Nahrung. Und wenn sie sitzen heben sie ihr vorderes Beinpaar in die Höhe, das macht keine Stechmücke. Ich vermute sie versuchen damit noch ein paar mehr Schwingungen aus der Luft zu filtern – so wie bei den Menschen, die ein Hörgerät tragen.“

 

„Und was bist du für eine Spinne?“

„Ich gehöre zum Stamm der Kürbisspinnen. Wir sind recht farbenfroh! Doch nun würde ich gerne in aller Ruhe fressen!“

 

Soso… wer also ein achtsamer Beobachter ist, kann erkennen, ob die Mücke, die er sieht nun eine Stechmücke oder eine harmlose Mücke ist. Vielleicht solltet Ihr Menschenkinder darauf achten.

Es gibt ja so viele kleine Unterschiede, die eine übergroße Wirkung haben.

Bis Morgen Eure Alby

Mo

19

Okt

2020

Einwanderer aus Japan

Wer sonnt sich denn da gerade auf dem Blatt? Sie mir wie eine Mücke aus… so eine habe ich noch nie gesehen.

Sie hat je einen weißen Streifen auf ihren Gelenken und mehrer auf ihrem Rücken.

Vom Bau her würde ich ja auf eine Stechmücke tippen. Nur sehen die doch eigentlich nur grau aus.

 

„Ich bin recht neu hier. Ich gehöre zum Stamm

der Japanischen Buschmücke.“

„Also ein Einwanderer und von so weit?“

„Ja, genau. Ich hätte es mir auch schwieriger vorgestellt nach Deutschland zu kommen. Doch die Menschen machen es uns unglaublich leicht. Quer durch die ganze Welt, werden von ihnen Gegenstände herum gefahren. Ich bin in einer Ladung Autoreifen hier angekommen. Darin hatte sich Kondenswasser gebildet. Meine Mutter hatte mich dort als Ei abgelegt und als wir dann da waren – ich hab das genau gespürt! - hab ich mich verpuppt und nun fliege ich munter umher.“

„Seid ihr der einzige Mückenstamm, der eingewandert ist?“

„Natürlich nicht! Von überall kommen Schiffe und Gegenstände – da gibt es noch die Stämme der Tigermücke oder der Malariamücke. Allerdings sind die etwas empfindlich gegen Kälte. In ihren Ländern gibt es keine Winter wie hier. Das ist in Japan anders.“

 

„Wie kann man euch denn unterscheiden?“

„Also die Tigermücke sieht mir sehr ähnlich. Sie hat aber auf dem Rücken nur einen weißen Streifen. Ja und die Malariamücke sieht der Deutschen Stechmücke zwar sehr ähnlich, aber sie ist etwas größer und sitzt nicht waagerecht sondern nimmt immer eine leicht nach unten geneigte Position ein.“

„Bist du auch eine Stechmücke?“

„Ja, ich und die beiden anderen Stämme gehören ebenfalls zu den Stechmücken. Wir Weibchen lieben Blut. Die Männchen sind nur gewöhnliche Blütenbestäuber.“

 

„Dann könnt ihr aber auch Krankheiten verbreiten!“

„Ich würde das anders ausdrücken! Ein Stich von uns kann durchaus wie eine Impfung sein – und viele Menschen machen so etwas sogar freiwillig mit so merkwürdigen Plastik- und Blechinstrumenten.“

„Das nennt sich Spritzen! Und die machen darin eine viel geringere Dosierung als eine Stechmücke, die einen Krankheitserreger in sich trägt.“

„Das kommt auf die Betrachtungsweise an! Wir, die Blutsaugen helfen dabei mit, dass nur die mit dem besten Immunsystem einer Spezies überleben können. Alle anderen stellen sowieso eher eine Gefahr dar. Zudem ist es wichtig, dass es nicht zu viele einer Art gibt. Die fressen sich sonst die gegenseitig die Nahrung weg. Das bringt das Gleichgewicht durcheinander. Und der Mensch hat sich so extrem vermehrt. Ich finde, er ist das Ungeziefer, dass sich inzwischen sehr schlecht auf die Umwelt auswirkt, weil es einfach zu viele gibt.“

 

Irgendwie hat die Mücke da schon recht. Ihr Menschen habt das Gleichgewicht in der Natur sehr ins Negative hinein verändert. Und außerdem, sind es nicht die Einwanderer, die hier nur eine Chance genutzt haben, sondern Ihr Menschen, die Ihr dafür sorgt, dass so viele Tiere in ein anderes Land verschleppt werden. Wozu müssen eigentlich so große Wege gefahren werden, um Nahrung und ähnliches zu transportieren. Das kostet doch auch alles Geld – dieser Sprit, wie Ihr ihn nennt – wird auf diese weiße auch stark verbraucht. Von den Umweltverschmutzungen ganz zu schweigen, die jede diese Fahrten mit sich bringt. Vor allem, wenn es weite Entfernungen sind. So etwas ist eigentlich eine extreme Verschwendung von Resourcen. Wieso könnt Ihr denn nicht essen, was direkt bei Euch vor der Türe wächst?

Keiner von uns Wiesenhelden würde länger als ein, zwei Tage leben können, wenn er so viel Energie verschwenden würde, nur um an dem Pflänzchen zu fressen, das einige Wiesenlängen weiter entfernt wächst. Allein der Weg dorthin würde alle Energien verbrauchen… ist wirklich schon sehr merkwürdig wie ihr so lebt! Vielleicht solltet Ihr darüber einmal nachdenken!

Bis Morgen Eure Alby

Fr

16

Okt

2020

Achtbeinige Schädlingsbekämpfer

Langsam wird es immer kühler, dennoch ist es über Tage noch recht warm und sehr trocken. Es wird wirklich Zeit, dass es mal regnet. Viele Pflanzen sehen sehr traurig aus. Aber heute wird es wohl noch nicht regnen. Der Himmel ist blau und wolkenlos.

Oho, wen sehe ich denn da grünes… das ist ein wirklich sehr kleiner Wiesenheld und ups… ich hab beim Rauf krabbeln den Zweig zum Vibrieren gebracht, da ist er hoch gesprungen. Echt der Wahnsinn wie der da hoch geschnellt ist. Ich glaube das könnte eine Zikade gewesen sein. Mal weiter hoch krabbeln, vielleicht komme ich nahe genug, um sie zu interviewen.

In solchen Momenten wünschte ich mir, ich hätte auch solche Sprungbeine und müsste nicht mühsam nach oben klettern. Dann bräuchte ich statt Hunderten von Schritten nur einen einzigen Sprung zu machen.

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Do

15

Okt

2020

Nur nicht zittern

Also so was, ich glaub da hab ich wieder ganz lange dünne Beine gesehen. Ob ich hier wohl einem Weberknecht oder einer Schnake auf der Spur bin? Die haben nämlich sehr lange, dünne Beine.

 

Ich bin ja schon sehr gespannt, wen ich da entdeckt habe – holla, was ist denn das? Hier hängen überall Spinnfäden herum. Oje, ab das Langbein etwa einer Netzspinne in die Fänge geraten ist?

Na, dann mal ganz vorsichtig weiter! Jetzt heißt es aufgepasst und sich nicht zu weit vor wagen.

Ach, du Schreck – was, was ist denn nun los?

Da ist doch eben noch eine Fliege lang geflogen und plötzlich sind da Beinen vorgepirscht, dann hab ich gerade noch gesehen wie sich ein Faden um das Tierchen gewickelt hat, einer Fußangel gleichend, und schon hatte die Spinne sie in ihren Fängen. Ja, diesmal hab ich eine echte Spinne vor mir. Eine mit langen Beinen – und sie hat einen zweigeteilten Körper, so wie ihn alle Spinnen haben.

 

„Äh, hallo Spinne, ich bin Alby, eine Wiesenheldenreporterin,

und würde gerne mehr über dich erfahren.“

„Hm… noch einen kleinen Moment, ich muss mein

Frühstück erst mal betäuben.“

 

Ui… wie mein Herz pocht, ich bin unheimlich nervös. Was hatte ich doch für ein Glück, dass diese Fliege mich so urplötzlich überholt hatte. Wer weiß vielleicht hätte sie mich ja sonst erwischt.

 

„So, während ich das Tierchen einpacke, hab ich kurz Zeit.

Was willst du denn wissen?“

„Zu welcher Spinnenart gehörst du und was ist dein besonderes Talent?“

„Also, ich gehöre zur Familie der Zitterspinnen. Und wie mein Name schon verrät, bin ich ein ausgezeichneter Körperzitterer. Sobald ich das Gefühl habe in Gefahr zu sein, bewege ich mich in meinem Netz so schnell hin und her, dass ich regelrecht für den Angreifer unsichtbar werde,“

„Wow, du kannst eine Art Tarnkappe durch Bewegung erzeugen.

Das ist echt krass. Und wie ist das mit deinem Netz? Die meisten Spinnen haben zum Fangen ihrer Beute eine Art Klebtropfen auf ihren Fangfäden aufgereiht, nur bei deinen Fäden kann ich nichts in der Art entdecken!“

„Weil ich eine andere Art der Jagdtechnik habe. Meine Fäden besitzen zusätzlich so was wie Schraubfäden, dadurch kann sich mein Netz ausdehnen und durch mein blitzschnelles Loslaufen

kann ich meine Beute dann einwickeln.“

 

„Was unterscheidet dich von den meisten anderen Webspinnen?“

 „Dass ich keine Probleme mit trockenen und warmen Orten habe.

Daher kann ich auch im Haus der Menschen leben ohne krank zu werden. Und dort fange ich dann emsig alle Insekten,

die die Mensch ärgern wollen.“

 

"Na, dann guten Appetit... "

 

Und ich werde ebenfalls gut fressen und mich so langsam auf den Winter vorbereiten. Euch Menschenkinder würde ich raten das selbe zu tun.

Eure Alby

Mi

14

Okt

2020

Fallensteller

Hm… was wiegt sich denn da, nah einer Wand im Wind? Ist sehr filigran und zart… ich würde ja auf Spinnenseide tippen. Solche Seide können auch Raupen produzieren. Allerdings keine aus meinem Stamm der Ritterfalter.

Auch andere Insekten kommen in Frage, wie Wespen – oder Fliegenlarven. Mal genauer beobachten, wie diese Fäden aussehen und wie sie miteinander verwoben sind.

Nicht gerade leicht die Fäden zu beobachten. Sie sind sehr dünn, und manche sind kaum zu erkennen. Aber es sieht so aus, als würden sie von oben kommen… ah, da ist ja eine Art Torbogen… ist auf jeden Fall in 3 Dimensionen gearbeitet. Es geht nicht nur von oben nach unten, sondern auch in die Breite dieses Netz.

Ups, was war denn das? Da hab ich einen Faden übersehen und einer meiner Füsse klebt darin fest. Sie aus wie ein Fangseil… und ja da sind noch mehr und am Ende glänzen sie so merkwürdig… ich sollte schnellst möglich einige Zentimeter weiter kriechen. Sieht mir alles nach einer riesigen Falle aus und das deutet auf eine Spinne hin.

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Di

13

Okt

2020

Blütenbestäuber leben gefährlich!

Als Raupe bin ich ja sehr oft am Fressen, denn das brauchen wir. Zum einen, um eine große Raupe zu werden und zum Anderen, um genügend Energie zu haben, um uns im Puppenstadium in einen Schmetterling umwandeln zu können.

Bei mir wird es im Frühjahr soweit sein. Den Winter verschlafe ich als Raupe in einer völligen Starre.

Oho, wer hat sich denn dort an einer Blume zum Schlafen hingelegt? Ein Nachtfalter.

Gewiss hat er noch an dem Taubenkropf-Leimkraut genascht, als Stärkung. Und da es ja noch recht früh am Morgen ist, wird er bestimmt noch nicht so fest schlafen. Ich werde ihn einfach mal interviewen.

Hm, merkwürdig. Egal wie ich rufe, er antwortet nicht. Der schläft aber fest!

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Mo

12

Okt

2020

Klein und haarig!

In den letzten Wochen habe ich als Raupe ganz schön zugelegt. Inzwischen bin ich Zeigefingergroß - also knapp 10 cm.

Mit dieser Größe kann ich mich schon einiges mehr wagen – denn keine Wespe kann mich mehr mit sich fortschleppen, selbst eine Hornisse bekäme Probleme mit meiner Länge und meinem jetzigen Gewicht.

Tja, bei uns im Wiesenreich ist es immer besser, je mehr man wiegt! Dann hat man weniger Fressfeinde.

A propo Gewicht! Wer schwimmt denn da auf der kleinen Pfütze? Ein Schmetterling? Dafür ist er aber recht klein. Er ist ja winzig im Gegensatz zu mir, vielleicht gerade mal 5 Millimeter. Und wieso geht er nicht unter?

 

„Tja, ich bin eben ein Leichtgewicht. Wer nicht viel wiegt und klein ist,

für den hat Wasser eine ganz andere Beschaffenheit. Allerdings kann ich auf der Wasseroberfläche stehen, dank meiner vielen Härchen.

Und ein Schmetterling? Nein, ich gehöre zum Stamm der Zweiflügler, den Mücken. Die Menschen nennen uns Schmetterlingsfliegen, wegen

unserer schönen großen Flügel. Aber wir haben nur 2 und keine 4 Flügel wie die echten Schmetterlinge.“

„Ah, dann hast du gewiss auch Haare auf den Flügeln, anstatt

Schuppen wie die meisten Schmetterlinge aus meinem Stamm.“

„Ja, ich bin ein echt haariger Geselle. Und auch beim Fliegen helfen uns die Haare. Nun ja, genau genommen sind wir keine guten Flieger.

Wir lassen uns mehr vom Wind tragen und sind auf diese Weise

recht schnell, je nach Windstärke.“

„Dann müsst ihr wohl dorthin fliegen, wo der Wind hin will?“

„Nein. Wir können unseren Flug lenken. Wir steuern sozusagen wie die Menschen auf einem Segelboot. So kommen wir ans gewünschte Ziel.

So wie hier an einen Ort, der wirklich lecker duftet.“

„Duftet? Das ist eher Geschmacksache. Ich würde es eher stinken nennen.“

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Fr

09

Okt

2020

Palast aus reiner Seide


Wenn man sich wie ich als Regenwurm so durch die Erde und welkes Laubt wühlt, kann man allerhand Ungewöhnliches finden.

Viele Wiesenhelden, vor allem die Kinder von ihnen, haben hier ihr erstes Zuhause.

Und ob Ihr es glaubt oder nicht, viele von ihnen können Spinnfäden erzeugen, obwohl sie keine Spinnen sind.

Oha… da ist aber eine lange Spur von dicht gewobenen Spinnfäden, mal nachspüren wer diese wohl gewebt hat.

Ui, was für ein Glück! Da steckt ja ein Achtbeiner drin – obwohl, im Netz, ob das wohl so gut ist? Die meisten Spinnen verpacken ihre Beute ja in ihren Netzen, damit sie sich nicht mehr bewegen können und sozusagen länger im Vorratsspeicher gelagert werden können.

Ich werde einfach mal vorsichtig anfragen, falls die Spinne noch leben sollte, kann sie mir vielleicht ja erzählen, wer sie gefangen hat. Muss schon ein sehr großer Jäger sein, denn diese Spinne ist gewiss so knapp 10 Millimeter lang.

 

„Danke für dein Anteilnahme, aber ich wurde nicht gefangen.

Ich bin gerade auf dem Rückweg zu meiner Erdkammer. Und da ich eine starke Bewegung gespürt hatte, bin ich lieber stehen geblieben.

Denn manchmal graben auch Vögel und Nagetiere hier herum

und dann wird, was zappelt gleich gefressen.“

 

„Aber wieso bist du dann von einem Netz umhüllt?“

„Dieser Teil gehört zu meinem Fangschlauch. Er setzt direkt über

meinem Erdloch an und dient tatsächlich dazu Beute einzufangen.

Und diese trage ich gerade in meine Wohnung zurück.

Sie ist zwar nur klein, aber immerhin!“

 

„Wie lang ist denn dieser Schlauch?“

„So zwischen 13 und 17 Zentimeter,

ganz genau kann ichs dir nicht sagen.“

„Wow. Das sind ja 130 bis 170 Millimeter. Ganz schön groß!“

„Das ist nichts gegen die Größe meines Wohnschlauches.

Der dürfte so 20 oder 30 Zentimeter haben.

Vielleicht sogar über 40, wenn ich es recht bedenke.“

„Du lebst ja geradezu in einem Palast. Echt der Wahnsinn!“

„Nun ja, hat auch einiges an Arbeit bereitet. Zwar habe ich die Erdhöhlen verlassen aufgefunden und genutzt, aber mit Seide hab ich alles austapeziert. Daher nennen mich die Menschen auch Tapezierspinne.“

„Der Name passt. Wie alt bist du denn?“

„Ich bin erst 3 Jahre alt. Im nächsten Jahr bin ich

dann endlich Erwachsen.“

 

„Die meisten Insekten werden nur einige Wochen oder Monate alt. Einige Spinnenarten ein bis drei Jahre. Wie alt kannst du denn werden?“

„Nun, da ich ein Weibchen bin, könnte ich durchaus acht Jahr alt werden. Die Männchen dagegen sterben nach der Paarung. Aber wir Weibchen versorgen dann den Nachwuchs. Manche Stämme machen das sogar in Gemeinschaft. Dann finden sich einige Weibchen zusammen und arbeiten sozusagen Hand in Hand. “

„Ähm, ich hab gehört. Spinnen sollen ihre Männer fressen.“

„Einige Arten machen das, das stimmt schon. Aber wir leben mit unseren Männern eine Weile zusammen, bevor wie ans Kinderkriegen denken.

Und da ein Männchen aus unserem Stamm im Grunde nur so was wie Samenpaket auf Beinen ist, damit unsere Art überleben kann,

hat die Natur ihnen nur so viel Energie gegeben,

dass sie nach diesem Kraftakt sterben.“

 

Ja, in diesem Herbst werden noch einige Insekten ebenfalls sterben. Auch bei ihnen gilt dieses System: Es geht darum einen Partner zu finden und Kinder zu zeugen, und dann ist es mit der Kraft vorbei… nur wenige von ihnen überwintern und sorgen dann im nächsten Jahr für Nachwuchs. Aber das überwintern kostet ja ebenfalls viel Kraft und man braucht gute Reserven im Körper, um dann nicht im Schlaf zu verhungern.

Daher werde ich erst wieder im nächsten Jahr für Euch Menschenkinder als Reporter unterwegs sein. Die nächsten Wochen werde ich mich nur ums Fressen kümmern, um dick und stark zu werden, um der Kälte zu trotzen.

Alby, die Raupe, wird nächsten beiden Wochen berichten, bevor sie sich dann auch für den Winterschlaf vorbereitet.

Dann bis im nächsten Jahr Euer Balduin Rotschleif! 

 

Do

08

Okt

2020

Ein sehr fruchtbares Jahr

Schon eine Weile beobachte ich eine wunderschöne Spinne. Es sieht aus, als trüge sie um ihre Augen eine Augenbinde, die braun und orange gestreift ist.

Ob sie wohl auf Beute lauert, so still wie sie sitzt?

Ups, welcher Schatten ist denn da eben vorbei gesprungen? Das war ein weiter und schneller Sprung.

Wenn ich das richtig erkenne, ist das ebenfalls eine Spinne. Sie sieht der anderen von der Färbung her sehr ähnlich. Allerdings ist sie etwas kleiner und trägt keine so schöne Augenbinde, stattdessen scheint es, als trüge sie Boxerhandschuhe an den Mundgliedmaßen. Und, wow… noch ein Schattensprung – nicht weit von der letzten Spinne ist eine weitere gelandet. Die beiden sehen sich so ähnlich, als wären sie Zwillinge. 

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Mi

07

Okt

2020

Nachtschatten

Na, so was! Wunderschöne kleine weiße, sternförmige Blüten mit goldenem Einsatz.

Hm, die Blüten dieser Pflanze sehen einer Pflanze sehr ähnlich, die ich schon oft im Garten von Euch Menschen gefunden habe. Ihr nennt sie Kartoffel – Erdapfel. Allerdings sind diese um diese Jahreszeit bereits verblüht und verwelkt, so dass die Fürchte geerntet werden können.ehr ähnlich, die ich schon oft im Garten von Euch Menschen gefunden habe. Ihr nennt sie Kartoffel – Erdapfel. Allerdings sind diese um diese Jahreszeit bereits verblüht und verwelkt, so dass die Fürchte geerntet werden können.

 

„Zu welcher Pflanzenart gehörst du denn?“

„Ich bin ein schwarzer Nachtschatten und gehöre wie die Kartoffel

und die Tomate zu den Nachtschattengewächsen.“

„Aha! Und deinen Namen hast du wohl von deinen

kleinen schwarzen Früchten da?“

„Ganz genau! Und wie alle aus unserem Stamm, werden wir nur knapp

ein Jahr alt. Das heißt, sobald der Winter und die Kälte kommt,

heißt es für mich lebewohl!“

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Di

06

Okt

2020

Was für ein langes Atemrohr!

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Mo

05

Okt

2020

Carpe Noctem – nutze die Nacht

Viele Weichtiere wie Schnecken und Regenwürmer – ich gehöre ja zur letzteren Sorte - sind meist nachts oder in der Dämmerung unterwegs. Auch einige Insektenarten lieben ebenfalls die Dunkelheit. Die Nachtfalter kennt Ihr bestimmt, viele von ihnen bestäuben und besuchen Blüten, die in der Nacht blühen.

Etliche Pflanzen machen allerdings in der Nacht so etwas wie ein Verdauungsschläfchen. Bei Tag atmen sie Kohlendioxid ein – etwas, was Ihr Menschen beim Ausatmen an die Luft abgebt. Zusammen mit dem Sonnenlicht stellen sie dann daraus Zucker und Stärke her. Tja, Ihr Menschen nehmt diese Mahlzeiten direkt über Euren Mund auf. Das geht dann in den Magen und den Darm und wird dort verdaut mit Hilfe des Sauerstoffes sozusagen „verbrannt“ und zu den Muskeln und dem Gehirn transportiert, so dass ihr Euch bewegen und denken könnt.

Bei den Pflanzen muss etwas ähnliches geschehen, damit sie wachsen und blühen können.

Dafür brauchen sie eine Ruhephase, in der sie mit Hilfe von Sauerstoff-Einatmung ebenfalls ihre Nahrung „verbrennen“ können. 

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Fr

02

Okt

2020

Augen auf

Für Schnecken ist dieses Wetter ja ideal – obwohl, es könnte durchaus ein paar Grad wärmer sein, aber hier am Boden, am Waldrand schleimert es sich für mich ganz gut.

Insekten dagegen verkriechen sich zur Zeit mehr oder krabbeln gemächlich unter dem Blätterdach umher. Die kühlen Temperaturen macht sie zudem sehr langsam, als hätten sie ihre innere Uhr von Zeitraffer auf Zeitlupentempo umgestellt.

Und oho, wen sehe ich denn da auf einem Stück Menschen-Abfall sitzen? Ein Marienkäfer?

Wow, der ist aber groß – muss wohl eine gute Zeit für seine Larve gewesen sein. Aber irgendwie sieht er auch komisch aus. Ja, genau. Es sind seine Punkte!

 

„Hallo Marienkäfer was ist denn mit dir passiert, hat da jemand versucht deine schwarzen Punkte ab zu kratzen oder warst zu viel im Regen?“

„Hm? Oh, ein Wiesenhelden-Reporter! Nein, nein meine Punkte wollte niemand klauen und mit Wasser kann diese auch nicht entfernen.

Ich sehe nun mal so. Alle aus meinem Stamm sehen so aus.

Wir sind nämlich Augenmarienkäfer.“

 

„Ah, eine andere Art. Dann seid ihr womöglich

auch größer als der Siebenpunkt?“

„Ganz genau! Wir sind die größten Marienkäfer hier in Europa,

aber als Larve hatte ich durchaus einen großen Appetit.“

 

„Und was fresst ihr so und habt ihr eine besondere

Vorliebe für bestimmte Pflanzen?“

„Am liebten fressen wir die Blattläuse, die auf den Nadelbäumen leben. Das macht ihren Geschmack etwas deftiger. Beinah, als wären sie in besondere Gewürzen eingelegt worden. Sind wirklich echt lecker. Darüber hinaus mögen wir auch die Larven von Blattwespen und wenn wir eine Miniraupe entdecken, ist das für uns auch ein leckerer Happen.“

 

„Gibt es viele von eurer Art?“

„Im Moment sind es nicht ganz so viele wie in den Jahren zuvor.

Der Asiatische Marienkäfer macht und uns schon große Konkurrenz. Dennoch sind die Larven aus meinem Stamm meist eher

von Buckelfliegen überfallen worden.“

 

„Fliegen? Aber ich schaffen die es, an euch ran zu kommen?

Ich weiß nämlich, dass alle Marienkäfer einen stinkenden Wehrsaft produzieren, um sich die Fressfeinde fern zu halten.“

„Tja, da liegt wohl daran. Dass eine Larve sehr verletzlich ist, sobald sie

in ihr Puppenstadium fällt. Wird sie dann von eine Fliege aus dem Stamm der Buckelfliegen erspäht und legt diese dann ihre Eier dort ab,

kann sich die Larve nicht mehr verteidigen.“

 

„Aha, und du gehörst zu den glücklichen,

die ein gutes Versteck für ihre Puppe hatten.“

„Ganz genau. Nun muss ich nur noch für den Winter ein warmes Plätzchen finden, dann kann ich im nächsten Jahr für Nachwuchs sorgen.“

 

Ja, einen sicheren Platz zu finden, ist als Wiesenheld nicht so einfach. Jeder von uns hat einige Fressfeinde, die ihn zum Fressen gern haben. Ich muss da auch immer gut aufpassen.

In unserer Welt gibt es leider so etwas wie Sicherheit nicht. Ganz im Gegensatz zu Eurer Menschenwelt. Ihr könntet Euch doch eigentlich sicher fühlen, aber dennoch findet Ihr immer etwas, was Euch in Angst oder Panik versetzen kann. Ich frage mich, ob Eure Körper das brauchen, um in Übung zu bleiben, für den Fall der Fälle sozusagen. Denn man weiß ja nie, wann die Natur einen neuen Fressfeind kreiert.

 

Dann wünsch ich Euch mal ein gutes Wochenende, voll von Sicherheit und sich Geborgen fühlen. Ich werde mich auf jeden Fall in mein Schneckenhaus zurück und das praktizieren.

Nächste Woche ist dann Balduin dran.

 

Alles Liebe

Eure Marina Lauffein

Do

01

Okt

2020

So, was von winzig!

Ach, ich liebe ja dieses feuchte Wetter… da schleimert es sich immer so gut und ich kann umher kriechen, als wäre ich ein Menschenauto, das auf einer Autobahn unterwegs ist. Zumindest für Schneckenbegriffe bin ich dann sehr schnell.

 

Irgendwann vor sehr, sehr langer Zeit haben sich meine Vorfahren entschlossen das Wasser zu verlassen und an Land zu gehen. So hat sich unser Stamm geteilt, in Landlungenschnecken und in Wasserschnecken. Doch da wir ohne Wasser nicht klar kommen, mussten sich diese etwas einfallen lassen. Also haben sie sich entschlossen sozusagen das Meer mit sich zu nehmen – seither produzieren wir soviel Schleim, dass es sich beinah so anfühlt, als wären wir wieder im Wasser.

 

Zur Zeit bin ich unterm dichten Blätterdach von kleinen Pflanzen unterwegs. Mal sehen, wer sich hier so herum treibt und wen ich interviewen kann.

 

Na, so was… dieser kleine Berg da sieht ja aus wie ein Komposthügel aus winzigen Kotschlangen. Da hat es aber jemand gut mit der Pflanze gemeint. Die wird bald sehr gut wachsen und gedeihen können. Ja, so was.. da bewegt sich ja ein glitzernder Punkt… das muss ich mir näher anschauen.

 

Aha, das ist ja eine Schnecke! Echt Wahnsinn, sie ist so winzig, dass das abgebrochene Wurzelhaar daneben aussieht, als krieche die Schnecke über einen dicken Ast. 

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Mi

30

Sep

2020

Das kleine "c"

Tja, für dieses Jahr hat sich Linus von Lieblich  ja als Wiesen-heldenreporter zurück gezogen... das Wetter wird auch immer schlechter vor allem für einen Schmetterling.

Da hat es eine Schnecke wie ich schon besser. Ist zwar nicht zu übermäßig nass, aber dennoch lässt sich im Unterholz gut herum schleimern - besonders, wenn sich die Sonne nur ab und zu blicken lässt...

 

Oh, was flattert da vom Himmel herunter? Ein welkes Blatt?

Nein! Das ist ja ein Schmetterling.

Dann mal schnell hinterher. Ich will wissen, aus welcher Familie er ist.

 

"Hallo, du! Zu welchem Schmetterlingsstamm gehörst du?

 

"Ich bin Marius von Pünktchen und gehöre zu den C-Faltern!"

"C-Falter? Aber ich kann nur Punkte sehen!

Wo soll denn da ein Buchstabe auf deinen Flügeln sein?"

"Den Namen haben mir die Menschen gegeben. Wenn ich meine

Flügel schließe sieht man einen hellen kleinen Fleck,

der tatsächlich aussieht wie ein "C"."

"Aha... ja, von Außen sehen deine Flügel eher aus wie ein welkes Blatt...

und dieser helle Fleck, der ist aber sehr klein...

und könnte durchaus auch ein "u" oder "v" sein!"

"Tja, die Phantasie erhebt sich eben auch gerne manchmal auf ihren Flügeln, sowohl die der Natur als auch die der Menschen!"

"Da hast du recht. Wenn ich bedenke, welche Wiesenhelden

wir Reporter dieses Jahr alles kennen gelernt haben... sie sind 

alle völlig verschieden und manche so unglaublich fantastisch anzusehen,

dass man glauben könnte, sie wären nur eine Erfindung...

Aber, was sucht suchst du eigentlich so nah am Wald?"

"Einen guten Unterschlupf für den Winter. Es wird langsam Zeit. Die Tage werden immer kürzer und auch kühler."

"Jaja, das weiß ich von Linus, aber der sucht vermutlich mehr in Häusernähe nach einem guten Schlupfwinkel. Und Alby, die Raupe vom Schwalbenschwanz überwintert eh als Raupe, bevor sie sich im Frühjahr verpuppen

kann und sich in den Himmel erhebt."

"Als Raupe habe ich auch lange davon geträumt zu fliegen und dann 

war es vor kurzem soweit und ich durfte endlich  meine Flügel entfalten."

 

"Hattest du viele Geschwister?"

"Nun etwa so 250 Eier kann so eine C-Falter-Mama ablegen.

Allerdings nicht alle auf eine Pflanze wie das die Tagpfauenaugen tun. 

Immer nur ein paar wenige. Daher kenne ich nicht meine ganze Familie."

"Habt ihr denn die gleiche Fress-Lieblingspflanze wie

das Tagpfauenauge?"

"Ja klar, aber welche Raupe würde die leckere Brennnessel 

verschmähen. Es gibt in der Natur kaum etwas schmackhafteres

und vor allem nahrhafteres. Da muss man doch einfach reinbeißen.

So, aber jetzt werde ich weiter suchen, solange die Sonne

noch ein wenig scheint."

 

Und ich werde auch weiter schleimern und den Tag genießen, mich noch ein wenig um meine Pflanzen kümmern und die alten, kaputten Blätter weg knappern!  Eure Marina!

 

Di

29

Sep

2020

Eine Distel ohne Stacheln

Oh, diese Pflanze hat aber ne Menge angewelkter Blätter. Da hab ich wohl ne Menge zu knabbern, bis ich die gesäubert habe… am besten ich schau mir mal alles ganz genau.

 

Oh, die ist ja richtig hoch!

 

Und ja… je höher ich krieche, um so besser sehen die Blätter aus. Das Problem, der bald verfaulenden Blätter liegt wohl nur knapp über dem Erdboden.

Die Blätter fühlen sich aber sehr zart und weich an… wunderbar. Zwar sind an den Blatträndern so etwas wie Stacheln dran, aber selbst die sind elastisch und stechen nicht. Was das wohl für eine Pflanze ist?

 

„Ich bin eine Kohldistel!“

„Eine Distel? Und wieso sind dann die Blätter und Stacheln so weich?“

„Das kommt wohl daher, dass meine Vorfahren keine zusätzlich stützenden Fasern in ihren Zellen gebraucht haben. Doch der Aufbau von unserem System ist wie bei allen anderen Disteln auch. Daher haben wir Stacheln wie sie, nur dass sie eben weich sind.“

„Dann schmeckt ihr wohl den meisten Tieren nicht besonders?“

„Ja, Säugetiere mögen unsere Blätter nicht besonders als Futter.“

 

„Wie hoch kannst du denn so werden?“

„Unser Pflanzenstamm kann durchaus 170 Zentimeter hoch werden.“

„Wahnsinn, so groß wie ein erwachsener Mensch.

Da könnt ihr euch ja Auge in Auge gegenüberstehen.“

„Irgendwie schon. Wir fallen den Menschen auf, vielleicht kamen die daher früher auf die Idee uns als Nahrungsmittel zu nutzen.“

„Und warum heute nicht mehr?“

„Manche Ländern machen das noch, wie Russland oder Japan…

doch im Laufe der Zeit haben die Menschen hier in Europa

wohl Wildpflanzen als Nahrung vergessen.

Sie wurden dann zu Unkräutern - was für ein Blödsinn!“

 

„Wie pflanzt du dich denn so fort?“

„Da wir Disteln ebenfalls wie Löwenzahn zu den Korbblütlern gehören, bekommen wir am Ende des Blütendaseins puschelige

Schirmchen an unseren Samen.“

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Mo

28

Sep

2020

Wasser bedeutet Leben

Viele Pflanzen haben dieses Jahr nur kleine Fruchtstände produziert, der Trockenheit wegen. Auch die Gräser und das Getreide haben deshalb nur kleine Ähren mit wenig Samenkörnern.
Viele Pflanzen haben dieses Jahr nur kleine Fruchtstände produziert, der Trockenheit wegen. Auch die Gräser und das Getreide haben deshalb nur kleine Ähren mit wenig Samenkörnern.

Ach, endlich… endlich ist der heiß ersehnte Regen gekommen. Am Wochenende hat es gut geregnet, wenn auch noch nicht genügend, damit auch die Bäume wirklich etwas von diesem Wassersegen haben. Und ich als Schnecke, hab ja ein echt gutes Gefühl für alles, was mit Wasser und Feuchtigkeit zu tun hat. So weit ich das spüren kann, ist die Erde nur oben unter der Kruste, knapp zwanzig Zentimeter tief, mit dem leben spendenden Nass gefüllt worden.

Zumindest die Sträucher, Kräuter und Gräser haben etwas davon – von denen sind ja einige in den trockenen Sommermonaten teils vollständig abgedürrt. Manchen Pflanzen macht das nichts aus, sie können ihre Lebenskraft in die Wurzeln zurück ziehen und sich abschotten. Und wenn es dann endlich regnet, geben sie ihre Lebensenergie wieder frei und beginnen erneut zu grünen – vor aller Gräser haben ein großes Talent dafür.

 

Andere Pflanzen haben diese Fähigkeit leider nicht. Wenn sie austrocknen sterben sie. Doch zum Glück ist es vielen von denen trotz aller Widrigkeiten gelungen, wenigsten ein paar Fruchtstände ausreifen zu lassen, damit ihre Samen – also ihre Kinder – mit der nächsten Feuchtwelle ihre Pflanzenart für die Zukunft erhalten können. Notfalls können die Samen auch einige Jahre überleben. Sie warten dann auf den richtigen Zeitpunkt bis genügend Wasser vorhanden ist.

Wasser ist nun mal das für das Leben notwendigste Elemente! Und es sollte so sauber wie möglich sein, und auch nicht zu viel Stickstoff enthalten – die meisten Äcker sind überdüngt und das ist schlecht für die natürlich wachsenden Pflanzen, aber auch für die Tiere. Genau genommen, eigentlich auch für euch Menschen! Ihr seid nicht gegen diese ganzen Giftstoffe immun!

Außerdem: sauberes Wasser ist schließlich nicht nur zum Verschwenden da! Ohne dieses könnt Ihr genauso wenig überleben wie wir! Ist euch das überhaupt klar?

 

Mir ist sowieso unerklärlich, warum ihr das kostbare Wasser, welches ihr teils in großen Mengen hortet, zum täglichen Putzen eurer Blechwagen und Häuser benutzt – die kämen doch prima über längere Zeit auch mal ohne Wasser aus. Und warum ihr so viel duschen müsst (vor allem euern Kot und Urin), wo ihr doch gar keine Schnecken seid, ist mir ebenfalls unklar.

Wäre doch viel besser, wenn ihr dieses Wasser in den Wald leiten würdet! Zumal ihr ihm in den letzten Jahrzehnten so zugesetzt habt, dass er sich selbst immer weniger regenerieren kann.

 

Und der Wald ist es, der dafür sorgt, dass das Klima nicht zu heiß und zu trocken wird. Wenn er aber keine Kraft mehr hat, wird er seine Arbeit nicht mehr tun können und euer „Extrem-Klimawandel“ wird so schneller Wirklichkeit, als euch lieb sein dürfte.

 

Ihr lebt schon in einer sehr sonderbaren Welt. Vor lauter Technikwahn und Technikglauben habt ihr wohl vergessen, dass ihr biologische Lebewesen seid! Ihr seid abhängig von uns Wiesenhelden und von den Pflanzen und Bäumen. Denkt mal darüber nach, wo ihr überall so völlig unnötig Wasser und Energie verbraucht! - Wenn jeder sich nur etwas einschränken würde, mit weniger Raum zufrieden wäre und achtsamer lebte, anstatt in großen Pulks sich zu treffen und Sinn entleert Fressorgien abzuhalten, wäre schon eine große Hilfe!

 

Bis Morgen dann

Eure Marina Lauffein

Fr

25

Sep

2020

Duftenden Wortsprache

Der Sommer war bis jetzt sehr heiß und trocken gewesen. Für einen Bläuling wie mich ideal zum Herumfliegen und Blütenbestäuben – ach, ich habe es genossen!

Dank meiner speziellen Flügelschuppen, die mich vor zu viel Sonnenstrahlung schützen, kann ich selbst an den heißesten Tagen unterwegs sein. Es ist im Grunde so ähnlich, als würdet Ihr Menschenkinder eine dicke Schicht Sonnencreme auf der Haut tragen, so dass Ihr keinen Sonnenbrand bekommen könnt.

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Do

24

Sep

2020

Kleiner Käfer – großer Appetit

Überall rote gepunktete Käfer. Ist ja Wahnsinn, wie viele das so sind, die umher fliegen und landen.

 

In den letzten Tagen habe ich ja viele Harlekin-Marienkäfer gesehen. Sie sammeln sich und bereiten sich langsam auf das Überwintern vor.

Sie sind ja recht verschieden, was ihre Punkte angeht. Roter Untergrund mit vielen Punkten, oder große rote und schwarze Flecken oder fast schwarz.

Aber alle haben sie eines gemeinsam. Sie sind knapp 8 mm lang.

 

Doch dieser kleine Kerl, den ich da eben unter einem Blatt entdeckt habe, ist gerade mal halb so groß. Ob der wohl in seiner Kinderzeit zu wenig fressen bekommen hat?

 

Ui, dafür hat er aber jetzt großen Appetit. Der hat ein ganzes Gelege Blattläuse verspeist und nur die Hüllreste übrig gelassen.

 

„Hallo, mein kleiner Freund. Warum bist du so ein kleiner Harlekin-Marienkäfer?“

„Ich ein Harlekin? Nö! Ich komme nicht aus Asien. Ich und meine Vorfahren haben schon immer hier in Deutschland gelebt.

Und ich bin auch nicht klein! Für einen Zwei-Punkt-Marienkäfer

bin ich ein recht gutes Exemplar.“

„Ein Zwei-Punkt? Aber die sind doch sonst immer rot und haben auf

jedem ihrer Deckflügel einen schwarzen Punkt.“

„Tja, nicht nur bei den Harlekins gibt es eine große Vielfalt. Wir haben ebenfalls so unsere Tricks und die Natur mischt auch bei uns

immer mal wieder die Farbenartigkeit neu.“

 

„Gibt es sonst noch Unterschiede zwischen euren beiden Käferstämmen?“

„Du meinst, außer dass wir kleiner als die Harlekins sind?“

„Genau!“

„Nun, wir Zwei-Punkt haben es ganz schön in uns. Unser Verteidigungs-Saft ist viel giftiger als deren Saft. Und im Kampf ums Überleben sind unsere Larven deren Larven sogar überlegen. Gut, in Trockengebieten würden wir schlechtere Bedingungen haben, denn wir sind dieses mild feuchte Wetter aus Deutschland gewöhnt.“

 

„Nunja, dann will ich dich nicht länger stören.

Ich wünsche dir noch guten Appetit.“

„Den werd ich haben, bin ja schließlich ein Marienkäfer – egal, zu welchem Stamm wir gehören: Wir haben alle immer einen guten Appetit.“

 

Und ich werde jetzt auch noch ein wenig herum fliegen und mir ein trockenes Plätzchen suchen, bevor der Regen los geht.

Euer Linus!

Mi

23

Sep

2020

Schönheitsfleck mit Sonnenkraft!

Ach heute fühle ich mich gut. Draußen herum zu tanzen, inmitten der Natur und den Pflanzen, was kann es da schöneres geben?

Und als Flieger wie ich einer bin, habe ich ja die Gabe die Welt von Oben betrachten zu können!

 

Oha… was sehe meine Augen denn da?

- Eine kleine Raupe, und sie knabbert gemütlich vor sich hin!

 

„Hallo kleine Raupe, so groß wie du schon bist, kann es ja nicht mehr

lange dauern, bist du ins Puppenstadium kommst.“

„Ja, da hast du recht. Ich knabbere noch ein paar Tage bis mein Bauch und meine Fettreserven gut gefüllt sind. Dann ziehe ich mich zurück, irgendwo an einen sicheren und geschützten Ort.“

„Grüne Raupen gibt es sehr viele. Ist ja auch eine sehr gute Tarnung,

wenn man auf einer grünen Pflanze sitzt. Zu welchem

Schmetterlingsstamm gehörst du denn?“

„Zu den Aurorafaltern. Mein Stamm gehört zur großen Familie der Weißlinge – oder Schönheitsfleckfalter, wie wir uns alle

selbst gerne nennen.“

 

„Oh, ja – ich erinnere mich – die Weibchen sehen sogar den Kohlweißlingen sehr ähnlich, weil ihnen der orangefarbene Fleck am Vorderflügel fehlt. Aber sobald ihr eure Flügel zusammen klappt, werden die weiß mit gelbgrün marmorierten Hinterflügel sichtbar. Euer eindeutiges Erkennungszeichen.“

„Ganz genau! Aber eben nur, wer aufmerksam beobachtet und genau hinschaut, kann erkennen, dass wir kein Kohlweißling sind.“

„Und vermutlich auch daran, auf welcher Pflanze ihr sitzt.“

„Da hast du recht. Kohlweißlings-Raupen mögen alles, was nach Kohl schmeckt. Ob es nun echter Kohl ist oder andere Pflanzenarten, die eben auch Senföle in ihrem Inneren haben. Wir Aurorafalter, benannt nach der Göttin des Sonnenaufgangs - der Morgenröte,

mögen sehr gerne Wiesenschaumkaut

oder wie diese Pflanze hier, einen Silberpfennig.“

 

„Du bist aber ziemlich spät dran dieses Jahr, oder?“

„Leider. Normalerweise verpuppen wir uns Mitte bis Ende Juli.

Doch dieses Jahr war es in der Zeit, da wir am aktivsten sind,

einfach zu kühl. Bei dem Wetter geht die Entwicklung

manchmal eben langsamer vorwärts.“

„Ja, ich weiß. Bei niedrige Temperaturen werden wir Insekten einfach langsamer. Beinah so, als würden wir in einer Art Zeitlupe leben.“

 

Und, kennt Ihr Menschenkinder so was ähnliches auch?

Habt Ihr manchmal auch das Gefühl die Zeit würde sich unterschiedlich schnell voran schreiten. Mal langsam und mal unheimlich schnell?

Was ist Euch denn so am liebsten? Schnell oder langsam?

 

Übrigens: In Mexiko gibt es eine Weißling-Schmetterlingsart, die als Nahrungsquelle gezüchtet wird. Dieser Stamm kann ein Gespinst herstellen, aus deren Seidenfäden die Azteken sogar Papier hergestellt haben.

Di

22

Sep

2020

Hausbesetzer und Langschläfer

Ich bin mal gespannt, wen ich heute interviewen kann - allerdings ist bisher nicht so viel los. Einige Fliegenstämme und eine Gewöhnliche Wespe sind unterwegs, die wir Wiesenhelden-Reporter Euch bereits schon vorgestellt haben.

Oho, was war das eben denn für ein schwarzer Brummer, der da an mir vorbei gesummt ist…

Ah, er hat sich auf einer Kornblume nieder gelassen… sieht wie eine schwarze Biene aus mit orangenem Hinterteil. Sie ist nicht sehr groß – wird wohl ne Wildbiene sein.

 

„Ich bin eine Steinhummel!“

„Ah. Bist gerade mal halb so groß wie die Erdhummelkönigin,

die ich letztens angesprochen habe.“

„Ja, Königinnen sind immer größer als Arbeiterinnen.

Unsere Königin ist auch knapp 2 cm lang.“

 

„Wo liegt denn dein Nest?“

„Nicht weit von hier in der Erde.

Es war einmal ein Mausenest.“

„Baut ihr immer in alten Mäusenestern?“

„Nein. Unser Volk der Steinhummeln wählt mal ein oberirdisches und mal ein unterirdisches Nest. Je nachdem, was der Königin am besten gefällt. Das können auch mal alste Vogelnester sein, Nistkästen, die nicht mehr genutzt werden, aber auch Steinhofen und Holzsöße zwischen

Strohballen und ähnlichem.“

 

„Und was passiert, wenn das Nest, das der Königin gefällt, schon besetzt ist?“

„Das ist für unsere Königin kein Problem.

Dann verscheucht sie den Hausbesitzer einfach.“

„Etwa auch eine Maus, die bestimmt fünfmal größer ist oder eine Vogelmeise?

„Ganz genau!“

„Echt der Wahnsinn! Hat die denn keine Angst?“

„Wer einen Stachel hat und einen lauten, tiefen Brummton erzeugen kann, hat von einer Maus oder einem Vogel nichts zu fürchten. Ganz im Gegenteil, dieses Geräusch macht den Tieren Angst und sie ergreifen die Flucht. Daher lohnt es sich für eine Hummelkönigin sogar ein

schon vergebenes Haus sozusagen zu besetzen.“

 

„Seit wann bist du schon unterwegs, ich selbst bin bei

dem Wetter erst seit ein paar Stunden unterwegs?“

„Als Steinhummel, sind wir meist etwas später dran, als andere Hummeln. Wir sind Langschläfer. Die meisten Hummeln fliegen bereits bei oder schon kurz vor Sonnenaufgang. Auch mögen wir es gerne etwas wärmer. Wenn es nicht mal zehn Grad wäre, blieben wir einfach im Nest und

warten darauf, dass die Temperatur wieder steigt.

Daher müssen wir uns auch sehr beeilen mit der Futtersuche, somit muss ich jetzt auch wieder weiter. Der Nachwuchs hat Hunger!“

 

Na, sowas! Da nimmt es eine Hummelkönigin selbst mit einer Maus oder einem Vogel auf. Das würde sich ein Schmetterling niemals wagen. Tja, ist schon ein Vorteil, wenn man so laut Brummen und Summen kann.

 

Dann  bis Morgen

Euer Linus

Mo

21

Sep

2020

Schneckenvertreiber

Vor zwei Tagen bin ich über eine Wiese geflattert, die voller Hornklee waren. Es sind echt leckere Blüten. Und vor allem für uns Hauhechel-Bläulinge stellen sie eine wichtige Futterquelle dar.

Unsere Weibchen legen die Eier an den noch grünen Pflanzen ab, damit die Kleinen was zu fressen haben, wenn sie sich im ersten Raupenstadium befinden.

Daher hab ich mich entschlossen diese Wiese heute nochmal anzufliegen und diese Pflanze zu interviewen, nachdem ich mich gut gestärkt habe… hm, leckerer Nektar – auch, wenn ich meinen Rüssel etwas verbiegen muss, um ran zu kommen.

 

„Welchen Zuckergehalt hat der Nektar deinen Blüten eigentlich?“

„Der Zuckergehalt beträgt knapp 40 Prozent. Und täglich kann jede

meiner Blüten 0,08 Milligramm Zucker produzieren.“

„Nicht schlecht: Wenn ich 10 gefüllte Becher hätte,

wären 4 davon mit Zucker gefüllt.“

 

Kein Wunder, dass der Nektar so gut schmeckt, schleck!

 

„Welche Bedeutung hast du eigentlich für den Erdboden?“

„Nun, meine Wurzeln wachsen recht tief, knapp einen Meter...“

„Wow, dabei sind deine Grünteile nur einen Teil davon hoch. Somit

befindet sich der größte Teil deines Körpers im Boden.“

„Und das ist wichtig! Auf diese Weise kann ich den Boden etwas auflockern und bringe sogar Stickstoff in die Erde hinein – sozusagen einen Wachstumsstoff für andere Grünlinge.“

 

„Dann bräuchten die Menschen ja gar nicht so viel von dem Stickstoffdünger auf die Äcker zu werfen, wenn Pflanzen wie du dort dazwischen wachsen würden.“

„Das stimmt. Nur leider haben die Menschen so ihre Ticks. Sie wollen immer alles einheitlich haben und schön sorgsam alles voneiander getrennt. Artenvielfalt macht ihnen womöglich Angst… oder so.“

„Hast du sonst noch eine Supereigenschaft?“

„Nun, dort wo wir Hornkleepflanzen wachsen,

vertreiben wir im Grunde alle Schnecken.“

„Wie denn, was denn? Wie geht denn das?

Ihr habt doch gar keine Beine oder Arme!“

„Unsere Blätter enthalten leichte Blausäure-Verbindungen.

Diese Menge darin können alle Säugetiere zwar ohne Probleme fressen, nur nicht die Schnecken. Wenn sie es dennoch tun, dann bedeutet

es für sie das Todesurteil.“

 

„Ui, das muss ich Marina unbedingt erzählen, damit sie oder ihre Freunde

nicht auf die Idee kommen von diesem Grünzeug zu naschen.

Also bis dann, und blüh noch fleißig!

„Das werde ich tun. Ich weiß doch wie sehr die Bienen und Ihr anderen Flieger diesen kostbaren Nektar braucht.“

 

 

Aus dem letzten Jahr 2019

Mi

30

Okt

2019

Vielgeschlechtlich à la carte


Hach, ist wirklich sehr kühl geworden. Es wird Zeit, dass ich in meine wohlverdiente Winterruhe komme… ui, was ist denn das? Hat es etwa heute Nacht schon geschneit?

An diesem alten, morschen Baumstamm sind so viele weiße Stellen.

Aber mein Körper sagt mir: Nein, das kann nicht sein! So kühl ist es noch nicht und diese weißen Stellen schwingen irgendwie lebendig!

 

Mal näher heran kriechen… o ja! Das fühlt sich irgendwie lebendig an, dieses Holzteil, obwohl der Baum schon lange tot ist, ist von Fäden des Lebens durchdrungen… das muss ein Pilz sein!

 

„Ja, genau ich bin ein Pilz. Ich gehöre zur Familie der Weißfäulepilze.

Mein Stamm heißt Gemeiner Spaltblättling – ich bin also im Grunde

nur ein ganz gewöhnlicher Spaltblättling.“

 

„An der Oberfläche sieht man nur ein paar weiße Stellen, aber du hast dich schon komplett im morschen Holz breit gemacht. Stimmt das?“

„Ja, nur ein kleiner Teil von uns Pilzen sprießt oberhalb, als Fruchtkörper. Der eigentliche Teil von uns, die feinen Pilzfäden wachsen im Dunkeln – also im Erdboden oder in totem Pflanzenmaterial.“

 

„Was machst du eigentlich mit dem Holz. Ist ja ziemlich hart und fest. Ich, als Regenwurm, könnte das nicht als Nahrung zu mir nehmen.“

„Tja, wir können das auch nur, weil unsere Fäden bestimmte Stoffe, Enzyme, ausscheiden, die das Holz abbauen. Im Grunde ist es so ähnlich wie bei den Menschen im Magen oder bei den Spinnen, die eben Stoffe abgeben, um das Futter aufzuspalten und zu verflüssigen.“

 

„Wie läuft das eigentlich bei Euch ab, wenn Ihr Nachwuchs bekommen wollt?“

„In den Fruchtkörpern produzieren wir Sporen, die dann vom Wind weiter getragen wird. Ist der Vermehrung bei Gräsern ähnlich.“

„Ah, also so wie sich der Weizen der Menschen auf den Feldern

befruchtet und dann die Samenkörner ausbildet.“

„Nur, noch ein Stück Artenreicher.“

„Wie meinst du dass denn?“

„Meist gibt es Weibchen und Männchen in der Natur. Bei uns Pilzen kommt aber Vielgeschlechtlichkeit vor. Bei der Familie der Schleimpilze sind es 13 verschiedene und bei meinem Stamm sind es über 20.000!“

 

„Wie bitte? Bei uns Weichtieren, den Schnecken und Regenwürmer, gibt es ja nur ein Geschlecht. Wir sind Zwitter, also Männchen und Weibchen in einem. Aber Ihr habt mehrere Tausend. Wie soll denn das gehen?“

„Jede Samenspore trägt eine andere Erbinformation in sich, die es an den Nachwuchs weiter geben kann. Somit hat es eine Art anderes Geschlecht. Denn der Sinn bei Geschlechtern ist es ja, dass Erbinformationen zusammen finden sollen, um ein perfekteres System in den Nachkommen zu erzeugen. Und so kombinieren sich die vielen verschiedenen Geschlechter-Sporen mit einem anderen, das anders ist – es darf nur

nicht gleichartig sein. Denn dann gibt es keine neue Daten für

den Nachwuchs und auch keine Verbesserung.“

 

„Wahnsinn! Was es nicht alles gibt. Und nun noch eine letzte Frage:

Gibt es ein Talent, was du gerne hättest?“

„Ich würde gerne wie die Schleimpilze laufen können. Sie sind zwar nicht so schnell wie ein Wirbeltier oder gar eine Schnecke oder Wurm, doch kommen die dank ihrer Bewegungsfähigkeit viel in der Welt herum.“

„Wow! Dann hoffe ich mal, dass ich im nächsten Jahr mal solch einen Pilz interviewen kann. Was der zu erzählen hat, muss ja noch faszinierender sein!“

 

So, meine lieben Menschen. Ich werde mich für dieses Jahr verabschieden und wie meine drei anderen Kollegen mich auf den Winter vorbereiten. Macht es gut. Bewegt euch viel, bleibt immer neugierig und aufmerksam!

Bis nächstes Jahr im März

Euer Balduin Rotschleif!

 

P.S. Der Spaltblättling hilft seit neuestem auch bei der Erdölgewinnung mit.

Mehr darüber könnt Ihr hier lesen: www.spiegel.de/wissenschaft/technik/

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

  

 

 

                                           

"Hoffentlich wird mein Blümchen durch die Hilfe der  Wespen bald vor schädlichen Insekten geschützt!"

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!