Wiesenhelden-Reporter unterwegs

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 Werktagen sind die kleinen Wiesenhelden

für Euch als Reporter unterwegs

vom 21.März bis 30.Oktober - außer

an Wochenenden und Feiertagen.

 

2020 geht es wieder weiter!

 

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bis dahin könnt Ihr auch

im Wiesenhelden-Blog über Naturwahrheit  lesen

 

Geständnisse

 

dort findet Ihr

 

- Wiesenhelden packen aus

Einmal im Monat im November bis März

Warum es die Bad-Boys und Bad-Girls bei gibt

 

- Neues aus meiner Welt

Einmal im Monat von Mai bis September

Neues aus der Vogel oder Pflanzenwelt

 

 

 

"Aus der Luft kann man die Welt viel besser überblicken. So kann ich mehr erkennen und verstehen!"

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"Mein Welt ist feucht und nass. Ich sehe die Welt hauptsächlich mit meinem Geruchs-Sinn!"

"Meist fresse ich mich durch die Erde. Ich erspüre die Welt mehr, als dass ich sie sehe - jede Schwingung."

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"Ich krabble über die Wiese und kann Freßfeinde von mir auch mit meiner Stinkegabel abschrecken!"


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Die Wiesenhelden-Blogger 2020

Mi

30

Okt

2019

Vielgeschlechtlich à la carte


Hach, ist wirklich sehr kühl geworden. Es wird Zeit, dass ich in meine wohlverdiente Winterruhe komme… ui, was ist denn das? Hat es etwa heute Nacht schon geschneit?

An diesem alten, morschen Baumstamm sind so viele weiße Stellen.

Aber mein Körper sagt mir: Nein, das kann nicht sein! So kühl ist es noch nicht und diese weißen Stellen schwingen irgendwie lebendig!

 

Mal näher heran kriechen… o ja! Das fühlt sich irgendwie lebendig an, dieses Holzteil, obwohl der Baum schon lange tot ist, ist von Fäden des Lebens durchdrungen… das muss ein Pilz sein!

 

„Ja, genau ich bin ein Pilz. Ich gehöre zur Familie der Weißfäulepilze.

Mein Stamm heißt Gemeiner Spaltblättling – ich bin also im Grunde

nur ein ganz gewöhnlicher Spaltblättling.“

 

„An der Oberfläche sieht man nur ein paar weiße Stellen, aber du hast dich schon komplett im morschen Holz breit gemacht. Stimmt das?“

„Ja, nur ein kleiner Teil von uns Pilzen sprießt oberhalb, als Fruchtkörper. Der eigentliche Teil von uns, die feinen Pilzfäden wachsen im Dunkeln – also im Erdboden oder in totem Pflanzenmaterial.“

 

„Was machst du eigentlich mit dem Holz. Ist ja ziemlich hart und fest. Ich, als Regenwurm, könnte das nicht als Nahrung zu mir nehmen.“

„Tja, wir können das auch nur, weil unsere Fäden bestimmte Stoffe, Enzyme, ausscheiden, die das Holz abbauen. Im Grunde ist es so ähnlich wie bei den Menschen im Magen oder bei den Spinnen, die eben Stoffe abgeben, um das Futter aufzuspalten und zu verflüssigen.“

 

„Wie läuft das eigentlich bei Euch ab, wenn Ihr Nachwuchs bekommen wollt?“

„In den Fruchtkörpern produzieren wir Sporen, die dann vom Wind weiter getragen wird. Ist der Vermehrung bei Gräsern ähnlich.“

„Ah, also so wie sich der Weizen der Menschen auf den Feldern

befruchtet und dann die Samenkörner ausbildet.“

„Nur, noch ein Stück Artenreicher.“

„Wie meinst du dass denn?“

„Meist gibt es Weibchen und Männchen in der Natur. Bei uns Pilzen kommt aber Vielgeschlechtlichkeit vor. Bei der Familie der Schleimpilze sind es 13 verschiedene und bei meinem Stamm sind es über 20.000!“

 

„Wie bitte? Bei uns Weichtieren, den Schnecken und Regenwürmer, gibt es ja nur ein Geschlecht. Wir sind Zwitter, also Männchen und Weibchen in einem. Aber Ihr habt mehrere Tausend. Wie soll denn das gehen?“

„Jede Samenspore trägt eine andere Erbinformation in sich, die es an den Nachwuchs weiter geben kann. Somit hat es eine Art anderes Geschlecht. Denn der Sinn bei Geschlechtern ist es ja, dass Erbinformationen zusammen finden sollen, um ein perfekteres System in den Nachkommen zu erzeugen. Und so kombinieren sich die vielen verschiedenen Geschlechter-Sporen mit einem anderen, das anders ist – es darf nur

nicht gleichartig sein. Denn dann gibt es keine neue Daten für

den Nachwuchs und auch keine Verbesserung.“

 

„Wahnsinn! Was es nicht alles gibt. Und nun noch eine letzte Frage:

Gibt es ein Talent, was du gerne hättest?“

„Ich würde gerne wie die Schleimpilze laufen können. Sie sind zwar nicht so schnell wie ein Wirbeltier oder gar eine Schnecke oder Wurm, doch kommen die dank ihrer Bewegungsfähigkeit viel in der Welt herum.“

„Wow! Dann hoffe ich mal, dass ich im nächsten Jahr mal solch einen Pilz interviewen kann. Was der zu erzählen hat, muss ja noch faszinierender sein!“

 

So, meine lieben Menschen. Ich werde mich für dieses Jahr verabschieden und wie meine drei anderen Kollegen mich auf den Winter vorbereiten. Macht es gut. Bewegt euch viel, bleibt immer neugierig und aufmerksam!

Bis nächstes Jahr im März

Euer Balduin Rotschleif!

 

P.S. Der Spaltblättling hilft seit neuestem auch bei der Erdölgewinnung mit.

Mehr darüber könnt Ihr hier lesen: www.spiegel.de/wissenschaft/technik/

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

  

 

 

                                           

"Hoffentlich wird mein Blümchen durch die Hilfe der  Wespen bald vor schädlichen Insekten geschützt!"

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!